Wissenswertes

ZEN und KARATE ein Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht Kurs in Rüdesheim

(18.8.2019, Karate Rheingau, Seminarleitung: Martina Herrmann)

Ute Unger

Die langjährigen Karatekas werden das Buch kennen „Zen in den Kampfkünsten Japans“. Mich begleitet es seit 30 Jahren und irgendwie hat es mich auch immer fasziniert – aber es hat 30 Jahre gedauert, bis ich endlich auch mit Zen in Berührung kam. Ganz ohne Karate. Naja, fast ohne Karate. Auf der Suche bin ich bei Martina Herrmann (1. Dan JKA) hängengeblieben. Weil sie Karate macht
UND ein Zendo im Taunus leitet.

Und noch mal 1,5 Jahre später war es dann endlich soweit: Zen UND Karate. Das erste Seminar hat im August bei Roland Schatz in Rüdesheim stattgefunden. Ein spannender Mix an Menschen war da. Dojo-Leiter und Karateschüler, Karatekas die 20, 30 und 40 Jahre Karate betreiben und leben, genauso wie Karateschüler mit „nur“ wenig Karate-Erfahrung. Und alle waren auf der Suche: Nach dem „Mehr“ im Karate, nach mehr Konzentration, mehr Ruhe … nach dem, was die alten Samurai zu dem gemacht hat, was sie waren. Was ist dieses Zen? Was macht es mit einem als Kampfsportler, als Karatelehrer, als Karateschüler? Sich leer machen, vor dem Kampf. Das ist schon klar. Aber wie? Mit Zen? Was war die Quintessenz der Kampfkunst der Samurai? Die waren Meister darin.

Uns begleitet im Karate das Zen in Resten beim Begrüßungsritual am Beginn des Trainings – je nach Verein und Stilrichtung variierend –  das kürzere oder längere Mokuso. Sitzen im Seiza, atmen in der Stille, respektvolle Begegnung mit dem Sensei – das Training beginnt. Viele Karatekas wissen nicht, dass das Zen ist. Zumindest das, was noch davon übrig ist.

Über eine allgemeine Einführung ging es bald an spannende Übungen, die mit der Art und Weise sich im Karate zu verbeugen zu verblüffenden Erfahrungen führten. Die Form in der Kata kennen wir. Und wir erfahren jetzt die Form beim Verbeugen, die Form für Seiza in traditioneller Weise. Die richtige Atmung, die richtige Reihenfolge, die richtige Ruhe, die richtige Haltung. Und offensichtlich ändert sich danach die Technik. Sehr erstaunlich. Hat der ein oder andere doch auch wirklich versucht, die darauf folgende Technik bei der Variante „nachlässiges Seiza“ (im Vergleich zu „Seiza in der traditionellen“ Form) stärker oder besser zu machen. Es hat an dem Ergebnis nichts geändert. Wir waren mit der traditionellen Form stabiler, bereiter, ruhiger, „in unserer Mitte“.

Ich selbst hab viele Jahre aktiv Sportkarate betrieben bevor ich nach langer Pause im traditionelleren Karate einen Verein gefunden habe. Und die (nicht nur) die Sport-Karatekas kennen die „schludrigen“ Verbeugungen vor dem Kampf. Wettkampf ging irgendwie vor. Und dann kommt Martina, mit anders atmen, mit anders „sitzen“ und es ändert sich was. Das war deutlich, liebe Martina!

Die erste Mittagspause begann noch mit Ruhe und endete in regem Austausch. Danach war Praxis angesagt. Sitzen in Stille. Roland Schatz hat sein Dojo nach den kleinen Umbauten nicht wiedererkannt…. Wir hatten ein Zendo!

Aus Rolands Dojo wird eine Zendo

Für Knieverletzte, die nicht im Seiza sitzen konnte, wurden verschiedene Positionen ausprobiert, die ohne Schmerzen einzunehmen waren und die trotzdem eine stabile, erdende Position für die Mediation sicher stellten. Beginnend mit einer anfänglich geführten Meditation, übten alle für sich zwei Runden Zazen, d.h. 2 mal 25 Minuten Zazen, ohne Bewegung in völliger Stille. Kein Schneuzen, kein Reuspern, kein Gruscheln. Alles war still.

Martina Herrmann und Roland Schatz

Es ist ein bisschen anders mit Karatekas zu sitzen, als mit Zen-Schüler, die keinen Bezug zu den Kampfsportarten haben. Vor allen Dingen, wenn es Zen-Anfänger sind. Für Karatekas ist Form, Disziplin und Durchhaltevermögen Teil des Karates. Es ist ein bisschen eine andere Herangehensweise, die sich auch in der Haltung ausdrückt. Ich übe noch nicht lange Zen, aber ich kann in einer Gruppe beim Zazen die „Anfänger“
spüren. Und die Anfänger aus dem Karate
fühlen sich anders an. Nicht besser oder schlechter.
Einfach anders! Für mich eine interessante Erfahrung.

Besonders beeindruckend für mich -und mit Sicherheit auch für alle anderen – war die Zeit nach Beendigung der Übung. Eine energiegeladene Ruhe. Spürbar und irgendwie greifbar. Ich denke, das haben alle genossen…. Und vielleicht war das für den ein oder anderen die Erfahrung … so wie es sein könnte vor dem Kampf, im Kampf, im Karate.

Wenn wir viel Karate trainieren, immer etwas über der Grenze, körperlich am Limit, dann verschwinden unmerklich die Gedanken, die einen den ganzen Tag begleiten. Dann sind wir innen still und leer und hochkonzentriert. Das ist Zen. Und wir können die Erfahrung verstärken, wenn wir Zazen üben. Sitzen in Kraft und Stille.

Karate ist Zen und Zen ist Karate!

Ute Unger, August 2019

Einstieg in die Zen-Meditation

Einstieg in die Zen-Meditation

  • Samstag, den 11.02.2019
  • 14:00 bis 18:00 Uhr
  • incl. 2 zusätzlichen Zen-Abenden in Februar (jeweils freitags)

– Vortrag zum Thema: Was ist Zen und sein geschichtlicher Hintergrund

– Einführung in die Zen-Meditation mit seinen unterschiedlichen Praktiken (Zazen, Tee-Zeremonie, Rezitation).

– Einüben in der Zen-Meditation und die verschiedenen Sitzmöglichkeiten.

– Wir erfahren, wie  wir innere Ruhe erlangen und Kraft aufbauen können.

– Wir  besprechen, wie Zen in den Alltag integriert werden kann.

Beitrag 65 € (incl. Gebäck und Grünem Tee)

teilnehmen

Spendenaktion 100 von 1000

Wir suchen 1000 Menschen, die helfen das Dach unseres Klosters zu retten

Unser Zen-Kloster braucht eine Dachsanierung – Bitte helft

Liebe Freunde des Daishin-Zen,
gemeinsam haben wir beim Aufbau des Zen-Klosters Buchenberg bis hierhin Großartiges geleistet. Nun haben wir wieder Großes vor und brauchen dafür die gesamte Sangha-Power.

(…)Mir als Abt unseres Klosters ist es sehr wichtig, dass wir hierbei vom bisherigen notwendigen Reagieren zum Agieren kommen – vorrangig erneuerbare Energien nutzen und uns damit auch weitgehend unabhängig machen von externen Energieversorgern. So wie es auch schon immer in den japanischen Mutterklöstern der Fall war.

Die ersten dringend erforderlichen Maßnahmen sind die Sanierung der Dächer u. a. über der Küche (hier mussten die defekten Lichtkuppeln entfernt werden), dem Haupthaus (erste Dachziegel sind schon heruntergefallen), dem Rinzai-Haus. Und der Übergang vom Rinzai-Haus zum Haupthaus ist baufällig und muss abgerissen werden. Aufgrund gesetzlicher Vorschriften sind wir auch verpflichtet, beim Umfang der erforderlichen Arbeiten eine energetische Sanierung der Dächer durchzuführen, dadurch werden wir auch in der Zukunft erhebliche Energieeinsparungen realisieren können.

Für diese Sanierungsarbeiten müssen wir 100.000 € investieren. Wenn wir die Arbeiten nicht in den nächsten 6-12 Monaten durchführen, werden die Schäden deutlich höher ausfallen.

https://zen-kloster.de/spendenkampagne2018/

 

 

Ein kleiner Erfahrungsbericht zur Veranstaltung „Zen und der Zauber der Musik“ im Februar

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Martina hat am letzten Wochenende zum „Zen und Zauber der Musik“ geladen. Musik bedeutete hier Gitarrenklänge von Gitarrist Andreas Bruno Müller (www.abm-music.de). Andreas hatte bereits beim Sommerfest „Dancing Buddhas“ im letzten Jahr die Sangha in Buchenberg bewegt.

Dieses Mal sollte er uns ausschließlich innerlich bewegen, denn in der Zendo Wiesbaden war Zazen angesagt. Sitzen in Kraft – ohne Stille. Meditation mit Klängen – nur hören – war uns durchaus schon bekannt. Aber mit Musik? Klänge, die eigentlich dazu gedacht sind zu folgen, das Ganze zu sehen und zu erfassen. Wie sollte man sich dabei auf Leere konzentrieren? Alle waren sehr gespannt. Vorab gab es noch ein come together bei dem Martina alle begrüßte, frisch gepressten Orangen-Grapefruitsaft ausschenkte und ein paar Neuigkeiten mit uns teilte. Und dann ging es los.
Zunächst hat uns Martina durch zwei Runden Zazen in Stille geführt, inklusive Rezitation des Hannya Shinngyo und Emmei Jikku und anschließender Teezeremonie.
Dann nahm Andreas seinen Platz ein Continue reading „Ein kleiner Erfahrungsbericht zur Veranstaltung „Zen und der Zauber der Musik“ im Februar“

Jahresausklang in Stille

Surfen in die Nacht

Am 22.12. ist die Wintersonnenwende, dies  ist die längste Nacht und der kürzeste Tag im Jahr und seit jeher der Beginn der stillen und heiligen Zeit, die bis zum 06.01. andauert. Leider ist diese Zeit heutzutage immer mehr durch Stress und Eile geprägt und hat nur noch wenig von Heiligkeit.

Unser Zen-Meister hat auf dem Rohatsu nochmal besonders darauf aufmerksam gemacht und uns geraten diese Tage für uns in Stille und zur Einkehr zu nutzen: “Nutzt die Zeit zur Meditation.”

Ich möchte dies aufnehmen und Euch in der Zendo Taunus den Raum bieten, dass Jahr mit Euch selbst ausklingen zu lassen. Nochmal zur Ruhe zu kommen, bevor das nächste Jahr startet.

Wir werden am Freitag, den 30.12.2016 das Jahr beschließen und in die Nacht surfen. Wir beginnen gemeinsam um 19:30 Uhr. Das Ende befindet sich in der Nacht und kann jeder für sich selbst bestimmen.

Wer von weiter her kommt und nachts nicht mehr nach Hause fahren möchte, hat die Möglichkeit um die Ecke (20 m) im Hotel Malepartus in Bad Schwalbach zu übernachten. Alternativ besteht auch die Möglichkeit mit Schlafsack und Isomatte im Dojo zu nächtigen.

Der Beitrag für den Abend beträgt für Mitglieder der Zendo Taunus 10 € (Nichtmitglieder zahlen 15 €). Meldet Euch bitte bei mir an, damit ich planen kann.

Ich freue mich auf Euer Kommen und einen Abend in Kraft und Stille.
Liebe Grüße
Gassho _/\_
Martina

Kreativität ist die Schöpfung aus dem Potential der Gegenwart


Auf diesem Kongress versammelten sich mehr als 150 EntscheiderInnen zu Themen wie kreativem Machen, unternehmerischer Zukunft, wegweisenden Unternehmenskulturen und der gesellschaftlichen Relevanz von kreativem Unternehmertum.

Hinnerk Polenski hielt einen der Eröffnungsvorträge – unter dem Titel „Kreativität ist die Schöpfung aus dem Potential der Gegenwart“ beleuchtete er Kreativität aus Sicht des Daishin Zen:

„Kreativität ist also der menschliche Ausdruck der Evolution, der Schöpfung“.
(…) „Wille ohne Inspiration ist blind. Inspiration ohne Wille ist… Schnarchnase.“